BGP-Hijack
Umleitung des Internetverkehrs durch falsche Ankündigung von IP-Routen – ein Netzwerkangriff unterhalb der DNS-Ebene.
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BGP-Hijack (Border Gateway Protocol Hijacking) ist ein Angriff auf der Netzwerkebene, bei dem ein böswilliges oder falsch konfiguriertes autonomes System falsche Routing-Ankündigungen sendet und andere Router im Internet dazu verleitet, Datenverkehr, der für eine legitime IP-Adresse bestimmt ist, durch die Infrastruktur des Angreifers zu leiten. Anders als beim DNS-Hijacking – das die Name-zu-IP-Zuordnungen korrumpiert – wirkt ein BGP-Hijack auf der Routing-Ebene, sodass die DNS-Einträge der Domain unberührt bleiben und DNSSEC keinen Schutz dagegen bietet. Sobald der Datenverkehr umgeleitet ist, können Angreifer TLS-Zertifikatausstellungen abfangen (BGP-Hijacks wurden genutzt, um betrügerische Zertifikate von Zertifizierungsstellen zu erhalten, die HTTP-basierte Domain-Validierung verwenden), unverschlüsselten Datenverkehr lesen oder Man-in-the-Middle-Angriffe durchführen. Schutzmaßnahmen umfassen die Route-Origin-Validierung über RPKI (Resource Public Key Infrastructure) sowie Monitoring-Dienste, die warnen, wenn unerwartete autonome Systeme die eigenen Präfixe ankündigen.
Verwandte Schlüsselbegriffe
- BGP-Hijack
- Route-Hijacking
- IP-Präfix
- Netzwerksicherheit
- Internet-Routing